Was ist Liebe?

Auch dieser Text ist vor vielen Jahren entstanden. Weniger als konkrete Abhandlung, vielmehr als vager Versuch einer Klärung meiner Gedanken rund um diese große, breit gefächerte Begrifflichkeit.


Ich fragte mich mal, was Liebe ist. Früher wurde mir gesagt: »Liebe ist, wenn zwei Menschen sich ganz besonders gern haben«. Aha… Ich habe viele Menschen unterschiedlich gern. Meine Freundin hab ich ganz besonders gern. Aber ist das jetzt Liebe?

Ich bin unzufrieden mit dieser Definition. Ich glaube, dass Liebe mehr und vielleicht sogar ganz was anderes ist. Der Begriff kommt mir sehr abstrakt vor.

Lange hat sich mein Bild von Liebe unterbewusst, in und mit mir, entwickelt. Einige Zeit lang zum Beispiel, empfand ich das Leben als eine Art Pflicht. Ich dachte jeder hat es und irgendwie muss man seine Zeit absitzen! Ich war oft missmutig und im allgemeinen lieblos. 

Zu diesem Zeitpunkt etwa dachte ich, dass Liebe etwas ganz besonderes sei. Etwas, dass von allen angestrebt und begehrt wird, aber nicht leicht zu finden ist. Es kam mir vor wie ein Licht am Ende eines Tunnels. Auf jeden Fall etwas sehr besonders und ganz bestimmt nicht alltäglich. Und wie sehr ich auch nach Liebe suchte, greifen konnte ich sie nie…

Heute denke ich, dass Liebe eine Art Grundeinstellung ist, ein Blickwinkel. Wir können sie in jedem Augenblick finden indem wir versuchen eine Bereicherung zu erkennen. Liebe ist ein jeder Moment, denn wir von Freude, Dankbarkeit, Euphorie und Glück durchströmt werden. Etwas, dass ich sonst immer als Spass oder Gelassenheit abgetan habe. Das heißt nicht, dass wir immer alles gut finden müssen, doch statt uns über Dinge aufzuregen, die wir nicht ändern können, können wir uns einfach auf das konzentrieren, dass sich ändern lässt und das uns gut tut. 

Liebe ist Leben.

Und wie können wir in Liebe leben?

Ich denke zuerst sollten wir uns unserer Selbst bewusst werden, um zu merken wie kostbar wir sind und wie kostbar auch ein jeder Moment ist, den wir leben dürfen. Das können wir auf vielerlei Arten machen. Zum Beispiel können wir einfach viel Zeit mit uns Selbst verbringen, ohne uns mit kurzzeitiger Befriedigung abzulenken und stattdessen dem nachgehen, was uns wirklich begeistert und lebendig werden lässt.

Während dessen können wir immer mal wieder in uns gehen und die eigenen Gedanken und Gefühle beobachten und reflektieren. Dann können wir bald schon besser verstehen und zum Beispiel emotionale Abläufe, die sonst immer im Unterbewusstsein abliefen, ins Bewusstsein ziehen und Automatismen aufbrechen. 

Wenn wir uns Selbst einmal soweit erkannt haben, erkennen wir vielleicht auch, dass wir unseres Glückes Schmied sind und die Verantwortung unseres Wohlbefindens primär in unserer eigenen Hand (bzw. in unserem eigenen Kopf) liegt. Erst wenn wir uns zum Beispiel unserer eigenen, täglichen, oftmals unterbewussten Bedürfnisse bewusst werden, erst dann können wir diesen auch nachkommen und Glück und Liebe in unsere Leben einziehen lassen.