In diesem Beitrag klären wir, welche Handwerkzeuge du unbedingt zuhause haben solltest, um dir bei Bedarf oder im Notfall die wichtigsten Ausrüstungs- und Ausstattungs-Gegenstände selber herstellen und reparieren zu können. Der besondere Fokus in diesem Beitrag liegt dabei auf Minimalismus, Effizienz und Multifunktionalität sowie Low-Tech und Handbetrieb statt Plastik und Strom. Und für alle extrem Minimalisten habe ich am Ende noch einen Spezial-Tipp!
Warum überhaupt Werkzeug?
So wie jeder Haushalt Hygienezeug, Bettzeug, Kochzeug und sonstiges Zeug hat, so empfehle ich unbedingt auch etwas Werkzeug zuhause zu haben. Jeder Gegenstand der dich umgibt, bis hin zu dem Haus in dem du wohnst, wurde mit Hilfe von Werkzeug gebaut. Werkzeug ermöglicht uns, all diese Sachen und mehr, selber zu warten, zu reparieren und sogar von Grund auf neu zu gestalten. Das bedeutet Freiheit, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Zwar wäre eine ganze Werkstatt noch „besser“, aber ich habe keine Werkstatt, brauche keine und möchte auch keine. Mit den wichtigsten Werkzeugen kann ich den Großteil aller Arbeiten bewältigen, brauche aber nur einen Bruchteil des Equipments einer Werkstatt (Pareto-Prinzip).
Warum Werkzeuge ohne Strom?
Erstens, weil wir diese auch dann benutzen können, wenn kein Strom zur Verfügung steht (z. B. bei Stromausfall, draußen, bei Regen etc.) und zweitens, weil handbetriebene Werkzeuge in der Regel sehr viel robuster und zuverlässiger sind (z. B. weil weniger Teile kaputt gehen oder durchbrennen können). Viele Werkzeuge von meiner Liste gab es in gleicher oder ähnlicher Form auch vor hundert Jahren schon, so grundlegend sind die Teile. Das bedeutet auch, dass die meisten Teile im Überfluss vorhanden und zumeist günstig und gebraucht zu erstehen sind.
Unterschied Hard-Kit und Soft-Kit
Ich unterteile meine Werkzeuge in „Hard-Kit“ und „Soft-Kit“. Hard-Kit (e. g. Werkzeugkasten) bezieht sich auf alle Werkzeuge für harte Werkstoffe (Holz, Stein, Metall etc.) und Soft-Kit (e. g. Näh-Kästchen) bezieht sich auf alle Werkzeuge für weiche Werkstoffe (Papier, Stoff, Leder etc.). In diesem Beitrag geht es um das Hard-Kit – meine Empfehlungen für deinen Werkzeugkasten. Mehr zum Soft-Kit mal in einem anderen Beitrag.
Disclaimer: Leihen statt Kaufen
Natürlich ist keines dieser Werkzeuge wirklich verpflichtend oder gar lebensnotwendig, ich kam auch jahrelang gut komplett ohne aus. Wenn du jedoch viel baust oder bauen möchtest, dann ist es schon praktisch, das eine oder andere zu haben (gerade hinsichtlich etwaiger Krisenvorsorge, Selbstversorgung etc.). Ansonsten habe ich mir früher Werkzeuge projektbezogen bei Freunden und Bekannten ausgeliehen, auch zu empfehlen!
Lagerung und Transport
Fangen wir beim Gehäuse an. Meinen Werkzeugkasten habe ich, wie auch fast alles Werkzeug darin, für kleines Geld gebraucht über Kleinanzeigen bekommen. Der Werkzeugkasten meiner Wahl ist ein klassischer Bundeswehr Werkzeugkasten: Schwer, robust und funktional. Ein richtiger Werkzeugkasten aus Metall, statt aus Plastik. Alternativ würde ich dir, wenn es weniger Werkzeug und Gewicht sein soll, ein einfachen und stabilen Pappkarton empfehlen. Vorteil von einem richtigen Werkzeugkasten ist halt, das er sich gut tragen lässt und ich ihn beispielsweise auch auf nasse Oberflächen stellen kann, Outdoor etc. Gelagert habe ich meinen Werkzeugkasten bis vor kurzem in der Wohnung, weil ich aber doch zur Zeit recht wenig baue, lagere ich ihn mittlerweile, zusammen mit meinem anderen Prepping-Zeug im Keller.
Werkzeuge und Verwendung
- Hammer: 600 g Schlosserhammer oder Beil (z. B. „Klauenbeil“ der Bundeswehr)
- Säge: Japansäge, Fuchsschwanz oder Stichsäge (für Rundungen; handbetrieben)
- Bohrkurbel (+ Bit-Adapter & Bits): Handbetriebener Bohrer (mit Ratschen-Funktion)
- Bit-Schraubendreher (+ Bits): Multifunktionaler Schraubendreher, einheitliche Bits
- Schrauben und Nägel: Unterschiedliche Größen, einheitliche Profile (z. B. Torx)
- Kombi- und Wasserpumpenzange: (Rohre) drehen, (Nägel) ziehen, halten etc.
- (Zimmermanns-) Bleistift und Zollstock: Meine wohl meist genutzten Werkzeuge
- (Schlüssel-) Feilen und Raspeln: 4-in-1 Schusterraspel (rund/gerade/grob/fein)
- Wasserwaage und Winkelmesser: Nicht unbedingt nötig; nur für akkurate Arbeiten
- Klebeband und Schleifpapier: Panzertape fürs Grobe, Papier-Klebeband im Alltag
Zu beachten: Das sind nur die Basics – wenn du einen Garten oder ähnliches hast, könntest du vermutlich noch ein paar weitere Dinge gebrauchen (Schaufel, Schubkarre, Leiter etc.). Mehr dazu im Prepping- und Survival-Guide.
Spezial-Tipp für Minimalisten
Für alle die noch weniger haben wollen, empfehle ich ein Multi-Tool z. B. Leatherman oder Victorinox. Ich selbst habe und nutze ein „Victorinox Swiss Tool X Plus“. Das ist verhältnismäßig groß und schwer hat aber entsprechend viele Funktionen und ist wirklich High-Quality. Außerdem ist es neu ziemlich teuer – ich habe meines in super Verfassung für den etwa halben Preis gebraucht auf Kleinanzeigen gekauft – der Mercedes unter den Multi-Tools. Lebenslange Garantie ist meines Wissens nach bei allen Victorinox Messern inklusive.
Warum Multi-Tool?
Na, weil Multi-Tools halt mega praktisch, minimalistisch und multifunktional sind – das sagt ja schon der Name. Mein Multi-Tool beispielsweise hat nicht nur Säge, Feile, Zange und Co. sondern auch Lineal, Winkelmesser und mehr. Das eigentliche Highlight ist aber ein kleines Bit-Set mit zugehörendem Bit-Dreher, für Schrauben und Ähnliches. Auch Bohren würde mit passenden Aufsätzen klappen. Und das alles klein und handlich, sauber verstaut in einem Etui – quasi ein Werkzeugkasten im Hosentaschenformat. Mehr dazu in einem anderen Beitrag.
Weitere Infos, Tipps und Tricks
Weitere Infos sowie relevante Tipps und Tricks zu diesem und ähnlichen Themen findest du in meiner alltagstauglichen No-Bullshit eBook-Anleitung, dem „Prepping- und Survival-Guide“. Praxistaugliches Wissen, nützlich und direkt umsetzbar, für ganz normale Menschen mit normalem Alltag – keine Zombies, keine Bunker und keine Hollywood-Fantasien – einfach vorbereitet sein, von Rohrbruch und Gasleck bis Brand und Verkehrsunfall!
Danke fürs lesen und liebe Grüße,
Adrean
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