Wolle

Verarbeitete Wolle ist durch viele kleine, eingeschlossene Hohlräume extrem temperaturhaltend (wärmend) und, je nach Verarbeitung, ziemlich robust und stark wasserabweisend. Insbesondere wenn noch natürliches Lanolin bzw. Wollwachs enthalten ist. Sollte es dennoch nass werden kann das Material bis zu 30% seines Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen ohne sich dabei nass anzufühlen – und selbst in durchtränktem Zustand wirkt das Gewebe noch erstaunlich isolierend!

Durch die klimaregulierende, atmungsaktive und antimikrobielle Wirkung wird Feuchtigkeit vom Körper abgetragen und Schweiß und Gerüche neutralisieren sich förmlich von selbst. Auch ist Wolle durch ihre einzigartige Faserstruktur selbstreinigend. Das heißt, dass das Gewebe Dreck und ähnliches, selbstständig von innen nach außen heraus arbeitet. Obendrauf ist Wolle antistatisch, feuerresistent und geräuschunterdrückend – das ideale Material für jeden Waldläufer und jede Waldläuferin!

Pflegehinweis:

Im besten Fall gar nicht Waschen sondern auslüften, ausklopfen und gegebenen Falls ausbürsten. Im schlimmsten Fall Handwäsche mit lauwarmem Wasser und (wenn nötig) ein bisschen natürlicher Seife. Anschließend flach ausbreiten und lufttrocknen lassen. Nicht Waschmaschinen oder Trockner geeignet!

Hanf

Die ältesten Funde von verarbeitetem Hanf datieren (je nach Quelle) auf bis zu 13.000 Jahre v. Chr. zurück. Hanf gehört zur Familie der Hanfgewächse und sein bekanntester Bruder ist Hopfen. Der Begriff „Canvas“ leitet sich von Cannabis (Hanf) ab, sowie der Begriff „Leinwand“ vom Leinen stammt.

Wie auch Hopfen, so wächst Hanf ganz hervorragend in unseren Breitengraden. Er braucht wenig Wasser, bedarf kaum Pflege und wächst dennoch schnell und hoch. Aufgrund seiner natürlichen Resistenz und wegen des dichten Wachstums werden keinerlei Pestizide benötigt. Ganz im Gegenteil – wir nutzen ihn sogar um Böden, zwischen verschiedenen Ernte-Zyklen, wieder anzureichern und aufzuwerten.

Hanf ist die stärkste pflanzliche und die zweitstärkste natürliche Faser überhaupt. Er ist antimikrobiell, schwer entflammbar, wasserbeständig und UV Stabil. Zudem reißfest, schmutzabweisend und antistatisch. Desweiteren sehr gut klimaregulierend, atmungsaktiv, schnell trocknend und pflegeleicht. All diese Eigenschaften machen Hanf zu einem idealen Werkstoff für zahllose Anwendungsmöglichkeiten, nicht nur im textilen Bereich.

Pflegehinweis:

Am besten Handwäsche mit lauwarmem Wasser und (wenn nötig) ein bisschen natürlicher Seife. Pulveriges Waschmittel vermeiden, dass soll wohl die Fasern zerstören! Wenn Waschmaschine, dann bei kleiner oder mittlerer Temperatur, mit wenig schleudern und Flüssigwaschmittel – kein Pulver! Anschließend aufhängen und lufttrocknen lassen – kein Trockner!

Leinen

Leinen, auch Flachs genannt, wird bereits seit über 30.000 Jahren aus der Flachspflanze gewonnen und genutzt. Der Begriff „Leinwand“ kommt z.B. von Leinen, da nicht nur früher sondern auch heute noch auf mit Leinen bespannten Holzrahmen – Leinwänden – gemalt wird. Wie auch Hanf, so wird Leinen schon seit vielen tausenden Jahren, auch hier bei uns, verarbeitet und genutzt.

Generell sind sich Hanf und Leinen sehr ähnlich. Sowohl was den Anbau und die Nachhaltigkeit angeht, als auch in Sachen Eigenschaften. Beide Fasern bieten ganz hervorragende Qualitäten und lassen sich kaum von einander unterscheiden. Allerdings hat Hanf bei dem ein oder anderen Punkt die Nase um Haaresbreite vorn, zum Beispiel bei der Reißfestigkeit. 

Dafür lässt sich Flachs wohl zu feineren Geweben verarbeiten. Er ist gut verspinnbar, kochfest, sehr reißfest und bildet keine Flusen, lässt sich dafür aber vergleichsweise schlecht glatt bügeln.

Pflegehinweis:

Am besten Handwäsche mit lauwarmem Wasser und (wenn nötig) ein bisschen natürlicher Seife. Pulveriges Waschmittel vermeiden, dass soll wohl die Fasern zerstören! Wenn Waschmaschine, dann bei kleiner oder mittlerer Temperatur, mit wenig schleudern und Flüssigwaschmittel – kein Pulver! Anschließend aufhängen und lufttrocknen lassen – kein Trockner!

Leder

Verarbeitete Häute und Pelze werden seit Anbeginn der Menschheit getragen und genutzt. Durch stetig technisiertere Verfahren werden die tierischen Häute gegerbt, konserviert und verarbeitet. Leder und Felle bieten ganz einzigartige Eigenschaften, die sich so, natürlich vorkommend, nicht anderswo wiederfinden lassen.

Leder besteht aus vielen, vielen kleinen, zusammen und übereinander hängenden Fasern, die es extrem stabil und reißfest machen, wobei es dennoch dehn- und formbar bleibt. Die Häute wirken klima- und feuchtigkeitsregulierend, atmungsaktiv, temperaturausgleichend und stark isolierend.

Leider bzw. glücklicherweise ist Leder in der heutigen Zeit, wie alle tierischen Produkte, sehr umstritten. Bei der Art und Weiße und dem Umfang unserer heutigen Tier- und Massenindustrie ist eine Nutzung für mich, kaum mit dem Gewissen vereinbar.

Dennoch hier ein kleiner Pflegehinweis:

Wenn naß geworden, bei Raumtemperatur gut und langsam trocknen lassen – nicht zu heiß und nicht zu schnell, sonst kann das Leder hart und brüchig werden. Alle paar Monate wachsen oder fetten, zum Beispiel mit diesem DIY Lederwachs zum selber machen.

Bild des Autors, Adrean, rauchend im Wald, in der Frühlingssonne.

Hi, ich bin Adrean.

Living life like a role-play game

Ich nähe meine eigene Kleidung, schlafe auf dem Boden, koche mit nur einem Topf und wasche meine Wäsche per Hand, statt mit Maschine. Hier dreht sich alles um einfaches Leben! Für weitere Infos abonniere meinen Newsletter, klicke auf About oder schreib mir eine E-Mail.