In diesem Artikel teile ich mein Plädoyer für eine einfachere und natürlichere Waschroutine für unsere Kleidung und Textilien – per Hand und Waschschüssel, statt mit Maschine. Oldschool und Low-Tech, statt Bequemlichkeit und Industrie. Hier erfährst du, wie eine einfache Edelstahl-Schüssel potentiell Erleichterung für dich, deine Kleidung und deinen Alltag bringt und wie du durch eine kleine Umgewöhnung Zeit, Geld, Platz, Nerven und mehr sparen kannst!
Warum Handwäsche statt Waschmaschine?
Waschmaschinen sind groß, laut, teuer, schwer und vieles mehr. Wenn du in einem großen Haushalt lebst und dich um die Wäsche von mehreren Person kümmerst (die am besten alle auch noch jede Menge Kleidung besitzen), dann mag sich eine Waschmaschine eventuell für dich lohnen. Für mich (und dich vielleicht?) alleine jedoch, wo ich nur wenig Textilien besitze und mich auch gerne selbst darum kümmere, passt Handwäsche deutlich besser.
Per Hand waschen ist einfach einfacher! Kein großes Ding beim Umzug schleppen, keine Wartungszeiten und -gebühren, keine Abhängigkeit von Technik und Konzernen, keine Platzverschwendung bei der Lagerung … Mit anderen Worten: Keine Waschmaschine bedeutet mehr Platz, mehr Geld, mehr Low-Tech, mehr Minimalismus, mehr Multifunktionalität, mehr Entschleunigung, mehr Natürlichkeit und am Ende eventuell sogar mehr Zeit.
Geht schneller und leichter, als man denkt und hält zugleich auch den Körper fit.
Wie wasche ich per Hand?
Alles, was es braucht, ist eine Waschschüssel, etwas warmes Wasser und ein bisschen Seife! Meine Waschschüssel (ich glaube ein 6 (?) Liter Edelstahl-Gulaschkessel) ist vielseitig einsetzbar und diente mir lange Zeit auch als improvisiertes Waschbecken – sehr pflegeleicht. Außerdem ließe sich darin bei Bedarf natürlich auch kochen, ist ja eigentlich ein großer Kochtopf. Sogar für offenes Feuer geeignet, sehr praktisch und multifunktional. Und die Schüssel ist vieeel kleiner und leichter in der Lagerung sowie bei Umzug und Transport.
Zum Waschen selbst:
- Waschschüssel in Badewanne oder Waschbecken stellen
- Textilien in die Waschschüssel geben
- Warmes Wasser drauf geben und einweichen lassen
- Textilien (leicht) mechanisch mit den Händen „scheuern“
- Wasser wechseln und ggf. Seife hinzufügen
- 3-5 wiederholen bis Wasser & Textilien sauber sind
- Aufhängen, trocknen lassen – Fertig!
Kein Hexenwerk, völlig unkompliziert und komplett ohne große, teure High-Tech Maschinerie!
Welche Sachen wasche ich wie oft?
- Wolle: Am besten gar nicht waschen – nur aufhängen und auslüften
- Hanf/Leinen: ca. 1-2 x im Monat – Sommer öfters, Winter seltener
Wolle sollte gar nicht gewaschen, sondern nur gelüftet werden. Wolle ist von Haus aus resistent und antimikrobiell, was Gerüche und Verschmutzungen angeht. Das Gewebe reinigt sich von selbst. Waschen hingegen trägt die Fasern und das enthaltene Wollwachs (Lanolin) aus dem Stoff heraus. Auch bei Jeans-Hosen und -Stoffen wird von Herstellerseiten her empfohlen, diese nicht zu waschen. Und wenn, dann nicht per Maschine, sondern schonend per Hand.
Ja, wirklich! Befrage die Suchmaschine deiner Wahl, wenn du mir nicht glaubst.
Meine Leinen- und Hanfsachen, also Hand- und Geschirrtücher, Fußwickel, Lendenschurz etc. Wasche ich etwa 1-2 x im Monat, je nach Bedarf. Im Sommer eher öfters, im Winter eher seltener. Gerade wenn Unterwäsche nicht so eng anliegt (z. B. ein Tuch/Lendenschurz), dann ist diese auch weniger Belastungen ausgesetzt, als beispielsweise eine Boxershort oder ein Slip. Das geht natürlich Hand in Hand mit einer pflegsamen Körperhygiene und -routine.
Warum weniger waschen?
Wir (und unsere Kleidung) halten deutlich mehr aus, als wir uns zutrauen. Gemeinhin brauchen unsere Sachen meist deutlich weniger Reinigung und Putzmittelchen, als wir zu denken gewohnt sind. Eine zu saubere bzw. zu reine und sterile Umgebung macht uns sogar eher Krank als das sie uns dabei hilft, gesund zu bleiben. So werden zum Beispiel durch fehlende Erreger und Bakterien etwaige Allergien gefördert und das Immunsystem geschwächt.
Freunde und Bekannte von mir tragen ihre Kleidung teilweise nur einen Tag. Unterwäsche, ok – aber T-Shirts?Warum? Die Gründe für das häufige Kleidung Wechseln reichen dabei von den eigenen Hygienevorstellungen bis hin zu der Frage, was wohl andere – Kollegen, Nachbarn etc. – denken könnten, wenn man mehrere Tage am Stück das Gleiche trägt. Solche Denkmuster und Befangenheiten fallen zu Lasten der Umwelt und letztlich auch uns selbst.
Ich sage: Vergiss die Nachbarn! Wenn du einfach und natürlich leben möchtest, dann empfehle ich, dich weniger an dem zu orientieren, von dem du dich eigentlich lösen möchtest (z. B. alte Muster etc.) und dich mehr auf das zu besinnen, was du stattdessen anstrebst – z. B. ein Leben gemäß der Natur. Ich orientiere mich dabei z. B. gerne an indigenen Völkern oder auch Tieren – wie beispielsweise der Philosoph Diogenes, welcher sich u. a. an Hunden orientierte.
Sonstige Tipps:
Baumwolle und Kunststoffe (Polyester etc.) können mit Gerüchen und Verschmutzungen weitaus weniger gut umgehen, als Wolle, Hanf und Leinen. In Kunststoff-Kleidung können sich gar regelrechte Keimzellen bilden und halten – welche dann sogar empfohlen werden, gelegentlich mit Essig Grund zu reinigen. Alles in allem also deutlich aufwendiger, als Wolle, Hanf und Leinen. Von Mikroplastik und Co. ganz abgesehen.
Warum werden dennoch Baumwolle und Polyester genutzt? Zum einen, weil da eine große Industrie dahintersteht (Erdöl-Produzenten etc.) und zum anderen, weil Baumwolle ein bisschen weicher und angenehmer auf der Haut zu tragen ist, als Wolle, Hanf und Leinen. Wenn es aber um Funktionalität und Resilienz geht, dann dominieren Letztere klar! Deutlich pflegeleichter und robuster.
Ansonsten: Wasche dein Zeug, wann und wie du willst oder musst. Ich lade dich dennoch ein, deinen Blickwinkel in Bezug auf „Reinlichkeit“ zu überdenken. Erde ist beispielsweise kein Dreck oder Schmutz – sondern einfach nur Erde. Ein natürlicher Teil unsere Umwelt. Kein Gift, sondern eine überlebenswichtige Notwendigkeit – kein Problem, sondern ein Segen!
Liebe Grüße und alles Gute,
Adrean
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