Alle Daten und Zahlen sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und aufgeführt. Quellen findest du im Text selbst in Kurzform, so wie noch einmal am Ende in alphabetischer Reihenfolge. Nutze das klickbare Inhaltsverzeichnis, um von Kapitel zu Kapitel zu springen, so wie dich ein Thema interessiert. Glaube nicht, was ich hier schreibe, sondern forsche selber nach. Geh den Dingen selber auf den Grund und frage dich, wie du zu diesen Themen stehst. Bilde dir deine eigene Meinung.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung und Übersicht

Dieser Artikel beleuchtet das Thema Plastikproduktion und gibt Aufschluss darüber, wo Plastik in unserem Leben auftritt. Wenn wir wissen, wo und warum bzw. für was wir Plastik im Alltag nutzen (auch solches, das wir nicht sehen), dann können wir auch gezielt Alternativen suchen, Lösungen finden und bleibende Gewohnheiten aufbauen.

Im Grunde geht es nicht nur um Plastik, sondern um Müll, Kunststoff, Chemie und (dem Ökosystem) fremdartige Stoffe im Allgemeinen – Plastik ist lediglich der Aufhänger! Wo fällt Plastik an? Wo nutzen wir es im Alltag und wie nutzen wir es als Gesellschaft?

Ich habe bereits einen kritischen Artikel zum Thema Plastik veröffentlicht: “Plastik – Gründe und Fakten für ein Leben ohne Plastik”. In dem bereits veröffentlichten Artikel geht es eher um das Problem an sich, die Gefahren und Hintergründe hinter unserem fortgeschrittenen Plastikwahn, und in diesem zweiten Artikel dreht es sich eher um konkrete Lösungen.

Dieser Artikel soll dir Mut geben und dich auf deinem Weg bestärken. Du bist nicht allein, Plastik so gut es geht zu widerstehen. In Wahrheit sind wir ja nie allein. Irgendwo ist immer Leben, und dieses – oder alles Leben – würde sich bestimmt freuen, wenn es um deinen nachhaltigen Kampf um den langfristigen Verzicht auf Plastik wüsste. Danke dir.

Bedenke dennoch: Das sind alles nur Gedanken und Impulse. Letzten Endes läuft die Welt und Wirklichkeit sowieso so wie sie will. Mach dich also auch nicht zu verrückt. In ein paar Millionen Jahren verglüht die Erde sowie. Keiner kommt hier lebend raus!

Für diesen neuen Artikel habe ich noch einmal andere Daten rausgesucht, als ich im alten Artikel verwendet habe. Beide Datensätze sind jedoch relativ ähnlich und in etwa deckungsgleich. Ich habe alles sowohl in absoluten Zahlen (v.a. Mio. Tonnen) als auch in Prozent angegeben. Letzteres ist deutlich greifbarer und bildhafter, weshalb ich empfehle, sich vor allem auf die Prozentangaben zu besinnen und zu konzentrieren.

In jedem Abschnitt gehe ich erst kurz auf das Problem ein und zähle danach mögliche Lösungsvorschläge auf. Falls du weitere Infos über Plastik und seine Auswirkungen suchst, wirf einen Blick auf diesen Artikel: “Plastik – Gründe und Fakten für ein Leben ohne Plastik”. Mehr Infos zu Chemie und Co. findest du unter anderem hier: “Planetary Boundaries: Die Grenzen unseres Wachstums” (siehe Abschnitt “Neuartige Stoffe”).

Los geht’s mit einer Übersicht zu allem jährlich produzierten Plastik weltweit.

Plastik-Nutzung weltweit im Jahr 2019 (OECD, 2026):

  • 31% Verpackung (143 Mio. Tonnen)
  • 23% Produkte (108 Mio. Tonnen)
  • 17% Bausektor (77 Mio. Tonnen)
  • 14% Transport (63 Mio. Tonnen)
  • 15% Sonstiges (69 Mio. Tonnen)

Gesamtmenge an produziertem Plastik: 460 Mio. Tonnen.

31% Verpackung (143 Mio. Tonnen)

Der proportional größte Hebel in Sachen Plastikfrei und Zero Waste sind Verpackungen. Verpackungen machen den größten Teil von allem produzierten und verwendeten Plastik aus (OECD, 2026). Zugleich ist “Verpackung” auch der Bereich mit der kürzesten Nutz- bzw. Verwendungszeit von Plastik. Die meisten Einweg-Plastikverpackungen wandern kurz nach dem Kauf, innerhalb weniger Stunden oder gar Minuten, in den Müll. Ziemlich ineffizient. Wenn du es hier schaffst zu sparen, ist der Sache schonmal sehr geholfen.

Der Verpackungsanteil, gemessen am Marktanteil nach Endverbrauchs-Zweck im Jahr 2024, lässt sich noch einmal in etwa wie folgt unterteilen (GMI, 2025):

  • 51% Essen und Trinken (73 Mio. Tonnen)
  • 16% Waren und Produkte (23 Mio. Tonnen)
  • 15% Gesundheitsfürsorge (21 Mio. Tonnen)
  • 10% Industrie und Arbeit (14 Mio. Tonnen)
  • 9% Sonstiges (13 Mio. Tonnen)

Mehr als die Hälfte (51%) aller Verpackungen fallen im Zusammenhang mit Lebensmitteln an. All das (Plastik verpackte) Zeug, das wir zum Beispiel im Supermarkt sehen – von der Lieferung und Lagerung, bis zum Verkauf und dem Konsum. Genauso in Unternehmen, Restaurants, Hotels, Veranstaltungen, Messen etc.

Verpackungen (gemessen in Österreich) bestehen überwiegend aus Folien (40%) und Flaschen mit einem Volumen von bis zu zwei Litern (29%). Der Rest besteht aus Bechern, Dosen, Tuben, Kisten, Kübeln, Fässern, Deckeln und Verschlüssen, Kanistern und sonstigen Umhüllungen und Ummantelungen (Greenpeace, 2024). Auch Einweg-Gläser, (Metall-) Dosen und Co. gelten als eher energieintensiv und weniger nachhaltig. 

Wenn wir darauf achten, möglichst natürliche Lebensmittel auf möglichst natürlichem Wege zu beziehen, dann sparen wir proportional, auf die leichteste Art und Weise, das meiste und ineffizienteste Plastik bzw. Verpackungen im Allgemeinen. 

Was stattdessen kaufen und machen?

  • Unverpacktes bzw. loses Obst und Gemüse zur Basis machen (Gibt auch manchmal Zwiebeln, Äpfel, Kartoffeln etc. in Papier-Verpackung oder Baumwoll-Netzen).
  • Trockenwaren (Nudeln, Reis, Getreide, Hülsenfrüchte etc.) in Großgebinden (z.B. 5 Kilo Säcke) mit Papierverpackung online kaufen = praktisch und (fast) plastikfrei.
  • Meist brauchen Getränke sowie ungesunde und kühlungsbedürftige Lebensmittel Plastik. Beschränke dich auf Leitungswasser und möglichst unverarbeitete Nahrung.
  • Möglichst bio, lokal und saisonal kaufen = weniger Verpackungsmüll für Transport und Co. und weniger Plastik für Lagerung und Anbau (Pflanztunnel, Folien etc.).
  • Mehrweg-Systeme (Pfandgläser, -boxen) konsequent nutzen und Lebensmittel und Equipment selber herstellen (Brot, Snacks, Joghurt, Bienenwachstücher etc.).
  • Alternative Lebensmittel-Beschaffungsmöglichkeiten suchen, finden und nutzen, z.B. Märkte, Hof- und Bioläden, Solawi, Foodsharing, Selbstversorgung etc.
  • Nicht nur bei Nahrung, sondern auch in allen anderen Lebensbereichen Plastik sparen und vermeiden. Bei Shopping, Haushalt, Hygiene, auf der Arbeit etc.
  • Natürliche und wiederverwendbare Alternativen nutzen. Papier, Glas, Holz, Edelstahl etc. Alte Tüten, Gläser und Behältnisse sammeln, reinigen und weiterverwenden.
  • Generell weniger konsumieren, Sachen selber machen und sich auf das Wesentliche rückbesinnen. Was brauchen wir wirklich zum Leben? (Grundbedürfnisse).

Mein Tipp: Mindset! Gehe in den Supermarkt mit dem Gedanken, nur noch die Nahrung  kaufen zu dürfen bzw. zu wollen, die plastikfrei und möglichst unverpackt und unverarbeitet sind. Aus diesem Blickwinkel heraus fällt es mir leichter, überhaupt fast nur noch plastikfreie Waren wahrzunehmen.

Ich konzentriere mich einfach auf diese und blende das andere Zeug quasi aus. Wird irgendwann zur Gewohnheit. Ich meide manche Bereiche im Supermarkt komplett, indem ich einfach nur die Reihen und Auslagen ansteuere, die eben das haben, was ich suche und brauche. Zusätzlich achte ich auf möglichst wenige und möglichst gesunde Zutaten (wenig Zucker, Aroma, E-Stoffe etc.).

Damit ist schon mal ein beträchtlicher Teil an Plastik-Lifestyle eingespart.

Ein großer Schritt in Richtung Natur und natürlich Leben.

23% Produkte (108 Mio. Tonnen)

Nach Verpackungen – auf Platz zwei des meisten Gebrauchs von Plastik – sind Waren und Produkte. Ein weiterer idealer Hebel zur Reduktion des eigenen Fußabdrucks. Hierzu zählt im Grunde alles, was wir produzieren und erwerben, außer Häuser und Fahrzeuge. Das Zeug IN den Verpackungen und IN unseren Häusern. Üblicherweise länger in Nutzung als Verpackungen, dennoch kaum umweltfreundlicher. Nicht zuletzt, da häufig schlichtweg überflüssig und gar hinderlich, hinsichtlich eines einfachen und natürlichen Lebens.

Gerundet lässt sich der Bereich “Produkte” weltweit noch einmal wie folgt unterteilen – die Prozentangaben beziehen sich auf die gesamte Menge Plastik (OECD, 2026):

  • 10% Waren und Produkte (47 Mio. Tonnen)
  • 10% Kleidung und Textilien (44 Mio. Tonnen) 
  • 4% Elektronik und Geräte (17 Mio. Tonnen)

Weiter geht’s mit den einzelnen Teilbereichen.

10% Waren und Produkte (47 Mio. Tonnen)

In Deutschland entfielen im Jahr 2023 von allem verarbeitetem Plastik etwa 3% auf Möbel – Stühle, Tische, Liegen, Teile etc. – und weitere 3% auf Haushaltswaren. Zu Letzteren zählen unter anderem Sport- und Freizeitartikel, Küchenequipment, Reinigungs- und Hygieneprodukte, Lagerboxen, nicht-elektronische Geräte, Gadgets, Spielzeug, sonstige Alltagshelfer uvm. (Conversio, 2024). Blick dich um und frage dich, was du wohl bei dir im Haushalt an Plastik finden kannst – außer Textilien und Elektronik (die zählen separat).

Wie lässt sich plastikfrei konsumieren?

  • Genügsamkeit als Spiel und Übung betrachten
  • Freude in Einfachheit und Minimalismus finden
  • Naturmaterialien nutzen (Holz, Glas, Papier, Metall)
  • Produkte ohne Beschichtung/Verbundstoffe wählen
  • Langlebige, hochwertige Produkte wählen
  • Achtsam und pfleglich mit den Sachen umgehen
  • Reparieren statt ersetzen (Repair-Cafés nutzen)
  • Einweg- und Wegwerf-Produkte meiden
  • Modetrends sowie Impuls- und Spontankäufe meiden
  • Stattdessen bewusst, gezielt und gefasst einkaufen
  • Große Marken, Konzerne und Industrien meiden
  • Möglichst direkt beziehen, ohne Zwischenhändler
  • Gebraucht/Secondhand kaufen statt Neuware
  • DIY und selber machen statt kaufen
  • Sperrmüll-Möbel upcyclen

Bevor Plastik erstmals erfunden und geschaffen wurde, hat es ja auch geklappt. Holz, Papier, Glas und Metall/Edelstahl als Alternative, wo auch immer es geht. Den eigenen Anspruch ein wenig senken. Genügsamkeit. Wir müssten ja nicht zwingend auf alles verzichten (Medizin, Energie etc.), aber vielleicht auf den unnötigen Kram, der sich leicht mit nachhaltigen bzw. nachwachsenden Alternativen ersetzen lässt? Kurz gesagt: Nicht mehr so viel Scheisse kaufen, lieber in den Wald gehen, wandern, die Natur genießen etc.

10% Kleidung und Textilien (44 Mio. Tonnen)

Die Textilindustrie ist für etwa 10% von allem Plastik, das jährlich produziert wird, verantwortlich. Das sind etwa 44 Millionen Tonnen pro Jahr (OECD, 2026). 60% aller Textilien entfallen auf Kleidung (EMF, 2017) und 60% aller verarbeiteten Stoffe bestehen aus Plastik (UNEP, 2019a). Allein durch weltweites Wäsche waschen gelangen jedes Jahr etwa eine halbe Millionen Tonnen Mikroplastik-Fasern in unsere Ozeane – Das ist in etwa soviel wie das Gewicht von 3 Milliarden Polyester T-Shirts (UNEP, 2019a).

Mögliche Lösungen:

  • Wolle, Hanf und Leinen statt Polyester und Co.
  • Schonende Handwäsche statt Waschmaschine
  • Nur haben und holen, was du wirklich brauchst
  • Textilien nutzen, bis sie nicht mehr nutzbar sind
  • Kleidung schonen und reparieren (nähen, flicken)
  • Naturkautschuk statt Kunststoff (z.B. Schuhsohlen)
  • Capsule Wardrobe (kombinierbare Kleidungsstücke)
  • Secondhand kaufen und Kleidung tauschen

Die Textilindustrie belegt etwa 3% von allem nutzbaren Land weltweit und ist dabei für rund 24% aller eingesetzten Insektizide und 11% aller Pestizide verantwortlich (UNEP, 2019b). Hinzu kommen zwischen 20.000 und 40.000 verschiedene Chemikalien, mit denen allein Kleidung weltweit behandelt wird (hbs, 2019). Weniger (Kunststoff-) Textilien, Farb- und Chemie-Behandlungen bedeuten = mehr Gesundheit für uns und unseren Planeten. Weniger und naturbelassene Kleidung und Textilien sind eine Lösung. Wie früher!

4% Elektronik und Geräte (17 Mio. Tonnen)

Elektronik und Geräte machen rund 4% (17 Mio. Tonnen) von allem Plastik aus, das jährlich produziert und verarbeitet wird (OECD, 2026). Dazu zählen vor allem Gehäuse-Verkleidungen und Kabelisolierungen, für Geräte wie Lampen, Steckdosen, Spül- und Waschmaschinen, Kühlschränke, Öfen und Mikrowellen, Mixer, Radio, Fernseher, Computer, Handys, Spielkonsolen, Kameras, Kopfhörer, Taschenlampen, Festplatten, Staubsauger und Co. Alles, was sich im Elektro-Fachhandel finden lässt und mehr.

Tipps zur Vermeidung:

  • So wenig wie möglich, soviel wie nötig
  • Gebraucht/refurbished kaufen, statt neu
  • Multifunktionsgeräte statt viele Einzelgeräte
  • Lebensmittel draußen lagern statt Kühlschrank
  • Handwäsche statt Wasch- und Spülmaschine
  • Herd und Ofen statt Mikrowelle, Friteuse etc.
  • Handy und Laptop statt Fernseher und Spielekonsole
  • Nicht wegschmeißen, sondern recyceln/verschenken
  • Alte Geräte möglichst lange nutzen und reparieren
  • Aufladbare Akkus statt Einmal-Batterien verwenden

Technik und elektronische Geräte nicht mehr als Sinn des guten Lebens sehen, sondern als bloßes Hilfsmittel, um eben jenes zu erreichen bzw. zu verwirklichen. Das höchste Ziel sollte nicht “Feierabend und Fernsehen” sein, sondern Wohlsein. Wir fernsehen, um uns wohl zu fühlen, doch auf lange Sicht steht unserem Wohlsein vielleicht eben jenes im Weg. Es geht nicht um die Geräte, es geht um das, was wir uns von ihnen erhoffen. Und das finden wir nicht in den Geräten, sondern in uns und im Grunde überall anders – außer in den Geräten (!) – auch wenn uns Konzerne und Marketing anderes glauben lassen wollen.

17% Bausektor (77 Mio. Tonnen)

2023 wurden in Deutschland etwa 3 Mio. Tonnen Kunststoffe im Bausektor eingesetzt. Dabei entfielen etwa 30% auf Rohre, 22% auf Stütz- und Trägerprofile (z.B. Tür- und Fensterrahmen) und 18% auf Dämmstoffe. Der Rest entfällt mitunter auf Folien, Sanitärausstattung, Behälter und Ähnliches. Nicht eingerechnet sind Farben, Lacke, Kleber, Fasern, Bauschäume und andere Beimengungen sowie Verpackungen (Bauen+, 2025).

Neben der Verwendung für reine Kunststoffprodukte wird Plastik häufig auch anderen Bauprodukten beigemischt, etwa als Bindemittel in Farben, Putzen oder Holzwerkstoffen, als Zusatz in Betonen, Estrichen und Bauplatten oder auch als Stützfaser in biologischen Dämmstoffen. Je nach Produktgruppe schwankt ihr Anteil mitunter stark (Bauen+, 2025).

Was können wir alternativ tun und nutzen?

  • Vorhandenen Wohnraum nutzen/renovieren
  • Möglichst wenig Wohnraum einnehmen
  • Auf die Grundbedürfnisse beschränken
  • Minimal- und Energiesparhäuser bauen
  • So bauen, dass es leicht reparierbar ist
  • Autarkie und Selbstversorgung fördern
  • Selber Solarstrom und -thermie gewinnen
  • Regionale und natürliche Rohstoffe verbauen
  • Holz, Lehm und Stein statt Plastik und Beton
  • Dämmung aus Hanf, Zellulose, Schafwolle
  • Boden aus Holz, Kork, Stein statt Vinyl und PVC
  • Auf Farben und Spezial-Gebinde verzichten
  • Begrünen (natürliche Materialien integrieren)

Der aktuelle Trend zeigt, dass wir in Deutschland immer mehr Flächen und Ressourcen zum Wohnen und Bauen einnehmen. Prognosen gehen davon aus, dass die durchschnittliche Wohnfläche pro Person bis 2050 um weitere 10 m2 steigen wird, auf durchschnittlich 51 m2 pro Person (Öko-Institut, 2018). Doch wie viel mehr Infrastruktur brauchen wir wirklich? Oder besser noch: Wie viel mehr (oder weniger) brauchst du?

14% Transport (63 Mio. Tonnen)

Rund 14% von allem anfallenden Plastik (ca. 63 Mio. Tonnen) lässt sich dem Transportsektor zuweisen (OECD, 2026). Von der Innenverkleidung und -ausstattung in Fahr- und Flugzeugen (Armaturen, Bezüge, Sitze, Trennwände, Frachtbehälter etc.) bis hin zu faserverstärkten und umweltresistenten Komponenten in Schiffen und Raketen (hbs, 2019). (Auto-) Reifen allein sollen für rund 8 Millionen Tonnen (2%) an Plastik verantwortlich sein. Marine-Beschichtungen und Straßenmarkierungen verursachen beispielsweise jeweils rund 500.000 Tonnen an Plastik pro Jahr (OECD, 2026).

Wie könnte Mobilität nachhaltiger werden?

  • Zu Fuß gehen und Fahrrad fahren
  • Fahrzeuge gebraucht kaufen, statt neu
  • Carsharing und Leihwagen statt eigenes Auto
  • Kein Auto/Motorrad besitzen und nicht fliegen
  • Öffentlichen Personenverkehr nutzen (ÖPV)
  • Lokal arbeiten, einkaufen und Urlaub machen
  • Regionale Erzeuger und Ressourcen nutzen
  • Nationalen und plastikfreien Versand beachten
  • Möglichst wenig kaufen und konsumieren

Mein Plädoyer zum Thema Mobilität: Laufen ist die beste Art der Fortbewegung. Aller gehfähiger Menschen, von den Göttern gegebene Superkraft: Zwei gesunde Beine. Wirklich genial! Und das Beste: Je mehr wir sie nutzen, desto fitter werden sie – und damit wir. Wie ein während des Gebrauchs, sich selbst schleifendes Messer. Ganz anders als beispielsweise Autos. Die bauen mit jeder Nutzung ab und werden schlechter – bis sie nur noch als Müll verbleiben. Ich komme im Alltag zumeist gut zu Fuß und per ÖPV klar.

“Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.”

Goethe

15% Sonstiges (69 Mio. Tonnen)

Die größten Ursachen von Plastik in unserem Leben und Alltag sind bis hierhin genannt. Nehmen diese Quellen ab und schaffen wir es, für einen Teil dieser Alternativen zu finden, dann dürfte gewiss auch der sonstige, noch verbleibende Bedarf sinken.

Die verbleibenden 15% an jährlich und weltweit anfallendem Plastik (69 Mio. Tonnen) verteilen sich auf alle übrigen Anwendungsgebiete (OECD, 2026). Zum Beispiel schätzt die FAO den weltweiten Plastik-Bedarf der Land- und Forstwirtschaft im Jahr 2019 auf rund 12,5 Millionen Tonnen (3%). Darüber hinaus prognostiziert die landwirtschaftliche Kunststoffindustrie in den nächsten Jahren einen Anstieg der weltweiten Nachfrage nach Gewächshaus-, Mulch- und Silagefolien um etwa 50% – von 6,1 Millionen Tonnen im Jahr 2018 auf 9,5 Millionen Tonnen im Jahr 2030 (FAO, 2021).

Der Bereich “Industrie und Maschinerie” verbraucht weltweit etwa 3 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr (OECD, 2026). Medizinprodukte (Beutel, Behälter, Spritzen, Handschuhe etc.) sind in Österreich (gemessen an der Produktion; vergleichbar mit Deutschland) für rund 2% des gesamten Plastik-Bedarfs verantwortlich (Greenpeace, 2024).

Generelle Tipps zur Vermeidung von Plastik:

  • Möglichst auf Verpackungen verzichten (Essentiell!)
  • Gebraucht und Second Hand kaufen statt neu
  • Möglichst natürlich, regional und saisonal kaufen
  • Möglichst wenig kaufen bzw. Geld umsetzen
  • Große Marken, Konzerne und Industrien meiden
  • Sachen selber machen, DIY und Selbstversorgung
  • Reduzieren, Reparieren, Weiternutzen und Recyceln
  • Natürlichkeit und Genügsamkeit zur Tugend machen
  • So wenig wie möglich, soviel wie nötig brauchen
  • Mehr Sein und Tun, weniger Haben und Wollen

So, genug geschrieben und gelesen. Weiter geht’s mit dem Eingemachten – der Praxis! Jetzt gilt es umzusetzen, was auf dem Papier so klar zu sein scheint: Möglichst plastikfrei im Alltag leben! Mittel und Wege finden, jenseits von klugen Sprüchen und weisen Erkenntnissen, um wirklich nachhaltig zu sein und zu bleiben. Die Realität zeigt: Schwerer als gedacht. Nachhaltig leben in einer nicht-nachhaltigen Gesellschaft ist verführerisch…

Kommen wir zum Schlusswort.

Fazit und Zusammenfassung

Im vorherigen Abschnitt “Sonstiges” (siehe oben) habe ich zum Abschluss des Hauptteils stichpunktartig ein paar generelle Tipps und Empfehlungen zur Reduktion von Plastik aufgezählt, weshalb ich in diesem Abschnitt direkt zum Schlusswort komme.

Kurz gesagt: Um weniger oder kein Plastik mehr zu gebrauchen, gilt es obige Quellen zu vermeiden. Weniger Plastikkonsum = Weniger Plastikverbrauch = Weniger Plastikmüll.

Online finde ich endlos viele Infos zum Thema Plastikmüll, doch deutlich weniger Infos zur Vermeidung und zu Alternativen generell. Es erinnert mich an das von den Konzernen gestreute Märchen vom Recycling: Würden nur alle Endverbraucher recyclen, wäre das Plastikmüll-Problem gelöst. Das ist natürlich quatsch – allein schon deshalb, weil die Qualität und Reinheit von Plastik mit jedem Recycling-Durchlauf abnimmt.

Wir sollten weniger auf den Müll gucken (Sleight of Hand, Kansas City Shuffle, Hütchenspielertrick) als vielmehr auf den Ursprung – denn wenn es den Müll erstmal gibt, dann ist das Problem ja schon da. Wo kein Plastik produziert wird, muss auch keines entsorgt werden. Nicht Plastikmüll ist das Problem, sondern Plastik ist das Problem. Jedes Stückchen Plastik, das wir produzieren, wird früher oder später Müll sein. Denn es ist in der Welt und bisher haben wir keine Lösung, wie wir es wieder zum Verschwinden bringen.

Weshalb ich empfehle, einfach von vornherein möglichst wenig Plastik zu nutzen und zu produzieren. Zumindest Alternativen nutzen, wo es gute Alternativen gibt. Logisch. Frage dich (bei allem), was du nutzt und was aus Plastik ist, ob du es wirklich brauchst und/oder ob es eine geeignete Alternative dafür gibt. Je intensiver und umfassender ein Ding oder eine Sache ist, desto mehr Energie und Plastik steckt üblicherweise darin bzw. dahinter.

Gehe achtsam und genügsam mit deinen Dingen um. Sachen, die noch nutzbar sind, die du aber nicht mehr brauchst (z.B. ausrangierte Plastik-Sachen), nicht einfach wegschmeißen, sondern wenn möglich gebraucht weitergeben, gegen Geld oder umsonst, zum Beispiel via kirchliche Einrichtungen, Umsonstläden, Sozial-Kaufhäuser, Freunde und Bekannte, eBay, Momox, Vinted, Kleinanzeigen oder einfach auf die Straße stellen.

Liebe Grüße und frohes plastikfrei-sein,

Adrean

Quellenangabe

Bauen+. (2025). Kunststoffe im Bauwesen: Die unbekannte Größe. Bauen+. https://www.bauenplus.de/zeitschrift/aktuelle-ausgabe/kunststoffe-im-bauwesen-die-unbekannte-groesse/

Conversio. (2024). Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland 2023—Zahlen und Fakten zum Lebensweg von Kunststoffen. https://www.bkv-gmbh.de/files/bkv/studien/Kurzfassung%20Stoffstrombild%202023.pdf

EMF. (2017). A New Textiles Economy: Redesigning fashion’s future. https://ellenmacarthurfoundation.org/a-new-textiles-economy

FAO. (2021). Assessment of agricultural plastics and their sustainability: A call for action. FAO. https://doi.org/10.4060/cb7856en

GMI. (2025). Plastic Packaging Market Size & Share, Growth Analysis 2034. Global Market Insights Inc. https://www.gminsights.com/industry-analysis/plastic-packaging-market

Greenpeace. (2024). Der große Plastik-Check. https://greenpeace.at/uploads/2024/11/241125-greenpeace-plastik-check-report-a4-web.pdf

hbs (Hrsg.). (2019). Plastikatlas: Daten und Fakten über eine Welt voller Kunststoff (3. Auflage). Heinrich-Böll-Stiftung. 

OECD. (2026). Plastics use by application. https://data-explorer.oecd.org/vis?tenant=archive&df[ds]=DisseminateArchiveDMZ&df[id]=DF_PLASTIC_USE_10&df[ag]=OECD&to[TIME_PERIOD]=false&vw=tb&pd=2019%2C2019 

Öko-Institut. (2018). Klimaverträglich leben im Jahr 2050—Bilder und Ideen für eine nachhaltige Zukunft. https://www.oeko.de/publikationen/p-details/klimavertraeglich-leben-im-jahr-2050

UNEP. (2019a). Fashion’s tiny hidden secret. http://www.unep.org/news-and-stories/story/fashions-tiny-hidden-secret

UNEP. (2019b). UN Alliance For Sustainable Fashion addresses damage of ‘fast fashion’. UN Environment. http://www.unep.org/news-and-stories/press-release/un-alliance-sustainable-fashion-addresses-damage-fast-fashion

Bild des Autors, Adrean, rauchend im Wald, in der Frühlingssonne.

Hi, ich bin Adrean.

Living life like a role-play game

Ich nähe meine eigene Kleidung, schlafe auf dem Boden, koche mit nur einem Topf und wasche meine Wäsche per Hand, statt mit Maschine. Hier dreht sich alles um einfaches Leben! Für weitere Infos abonniere meinen Newsletter, klicke auf About oder schreib mir eine E-Mail.