Wir denken tausend Worte zu kennen und verstehen oftmals doch nicht so genau. Vielleicht, eben weil wir glauben, sie zu kennen und zu verstehen – ohne zu beachten, dass wir Worte und Begriffe eventuell unter einseitigen, kontextabhängigen Betrachtungswinkeln kennen gelernt und abgespeichert haben. Automatismen, Schubladendenken, Bias, etc.

Wie können wir nun also aus unserem bestehenden Wortschatz weiteres Wissen und Weisheit gewinnen? Der Schlüssel liegt weniger in den Worten selbst, denn die kennen wir alle, als vielmehr in den zugrunde liegenden Gedanken und Bedeutungen der jeweiligen Begriffe.

Worte sind nur Transportmittel. Im Grunde leere Hüllen. Kommunikatoren, die Inhalte und Botschaften kommunizieren und transportieren (immer – nur nicht immer die, die wir wollen). Und diese Inhalte und Botschaften, bzw. die dahinter stehenden Gedanken, Ideen und Konstrukte, das ist, was den Unterschied macht und was uns begreifen lässt.

Begriffe lassen uns begreifen, wenn wir sie verstehen.

Und wie das geht, eine einfache und sichere Methode, erfährst du hier. Ich nutze diese Methode selbst und bin stolz und dankbar auf diese Entdeckung. Eine echte Bereicherung meines Lebens. Lässt mich Dinge anders sehen und verstehen. Ich betone das deshalb so, dass auch du dir dem Wert dieser Erkenntnis gewahr wirst: Endlich Sprache verstehen!

Die Antworten sind alle da. Alles Wissen ist bereits in uns, ein Wortschatz gespeichert in Form von Code – Sprache und Schriftzeichen – wir müssen sie nur entschlüsseln und übersetzen. Übersetzen bedeutet, die an sich leeren Worte von allen Seiten zu beleuchten und uns diese Zeichen dann in für uns verständliche und greifbare Bilder, Gedanken und Ideen umzuwandeln.

Diese Methode habe ich im Laufe der Zeit meiner Übersetzungsarbeiten an den philosophischen Schriften in meinem Shop entwickelt. Oder, was heißt ich habe sie entwickelt – diese Methode hat sich irgendwann als sehr effektiv heraus kristallisiert. Seit dem ist sie mir auch im Alltag überaus nützlich. Los geht‘s mit den 5 Punkten „meiner“ Verständnis-Methode.


1. Bedeutung (Definition)

Wenn ich einen Begriff begreifen will, dann frage ich zuerst nach seiner Bedeutung bzw. nach seiner Definition. Erst frage ich mich, was ich darunter verstehe und dann gucke ich zum Beispiel, was der Duden oder Wikipedia darunter verstehen. Dann habe ich schon mal ein grundlegendes Verständnis.

Zum Beispiel das Wort „Bedeutung“: Be-deutungen deuten auf etwas hin.

Oder das Wort „Begreifen“: Den Sinn einer Bedeutung „greifen“ können etc.

2. Herkunft (Etymologie)

Je nach Begriff recherchiere ich dann weiter, zum Beispiel frage ich mich, wie sich der Begriff historisch entwickelt hat und aus welchem Kontext er ursprünglich kommt, um besser zu verstehen, wie andere Menschen den Begriff belegt haben bzw. warum er überhaupt eingeführt und verwendet wurde.

Der Begriff “Etymologie” beispielsweise bedeutet soviel wie: Die Wissenschaft von der Herkunft der Wörter. Der Begriff wurde zusammengesetzt aus den Worten “etymos” (altgriech. wahr, wirklich) und “logos” (altgriech. Wort, Sinn, Lehre, etc.). Im modernen Verständnis weist die Endung -logie zumeist auf einen Wissenschaftsbezug hin (z. B. Biologie).

Unter diesem Stichwort – Etymologie – in Kombination mit einem anderen Wort deiner Wahl, wirst du in der Suchmaschine deiner Wahl spannende Erkenntnisse und Zusammenhänge aufdecken und Begriffe ganz neu begreifen können.

3. Andere Sprachen (Übersetzungen)

Passend zu dem vorherigen Schritt kann es immer auch spannend sein, sich spezifische Begriffe in anderen Sprachen anzuschauen. Verschiedene Kulturen nutzen und betrachten diverse Begriffe aus unterschiedlichen Blickwinkel. Vielleicht lässt dich eine andere Sprache die Herleitung und Bedeutung eines Wortes ganz neu verstehen – ganz abgesehen davon, dass es in anderen Sprachen Wörter für Konzepte gibt, die sonst nirgendwo zu finden sind. Andere Sprachen funktionieren oftmals anders, haben andere Prioritäten, weshalb sie auch andere Bilder der Wirklichkeit zeichnen können.

4. Ähnliche Worte (Synonyme)

Im gleichen Zuge ziehe ich gerne auch Synonyme zu rate, indem ich in der Suchmaschine meiner Wahl das Wort meiner Begierde eintippe, mit dem Anhang “Synonyme”. Synonyme sind Worte und Begriffe mit ähnlicher Bedeutung. Sehr hilfreich. Ein anderes Wort für “Erleuchtung” beispielsweise ist “Klarsicht”. Das bedeutet, wer die Dinge klar sieht, so wie sie wirklich sind, der ist erleuchtet. Mag vielleicht logisch klingen, muss man aber erstmal drauf kommen.

5. Hintergrund (Hermeneutik)

Und zu guter Letzt, die Hermeneutik. Laut Wikipedia ist Hermeneutik “die Theorie der Interpretation von Texten und des Verstehens”. Ich kenne Hermeneutik vor allem durch meine Übersetzungsarbeiten an den philosophischer Schriften in meinem Shop – das ist auch der übliche “Einsatzort” der Hermeneutik. 

Hermeneutik befasst sich unter anderem mit dem kulturellen Hintergrund von Schriften und Aussagen, ähnlich der Etymologie, jedoch mit Schwerpunkt auf die umliegende kulturelle Einbettung. Wenn Etymologie sich auf einen Begriff bezieht, dann befasst sich die Hermeneutik mit seinem Umfeld.

Worte mögen gleich bleiben, doch die Bedeutung kann sich ändern. Hermeneutik schafft Verständnis, indem sie den Zeitgeist verschiedener Epochen untersucht und interpretiert, wie Texte und Begriffe in vergangenen Zeiten wohl gemeint waren. Was heute eine Beleidigung ist, kann früher ein Kompliment gewesen sein und vieles mehr.


Und das waren bzw. sind die 5 Punkte meiner Methode des Verstehens. Ich nutze natürlich nicht immer alle Punkte und schon gleich dreimal nicht bei jedem Wort, aber bediene mich doch dem einen oder anderen Werkzeug immer mal wieder, immer dann, wenn ich mir über einen speziellen Punkt bzw. ein Wort oder einen Sachverhalt neu klar werden möchte.

Mich hat zu diesem Thema auch der Philosoph „Wittgenstein“ sehr inspiriert und informiert. Der hat zum Beispiel festgestellt, dass wir uns im Grunde überhaupt nie wirklich zu 100% verstehen können, sondern uns mittels Sprache maximal an die Gedankenwelt des anderen annähern können, weil wir immer etwas andere Bilder mit den Worten verbinden.

Der indische Philosoph Nagarjuna hat Sprache und Worte als Mittel der Kommunikation sogar gänzlich in Frage gestellt, eben weil sie ja immer trügerisch bzw. einseitig und doppeldeutig sind. Er hat den Wert anderer Formen des Ausdrucks hervorgehoben, zum Beispiel die Kunst: Musik, Tanz, Zeichnen etc. – vielleicht nicht so präzise, dafür aber auch nicht so … aufrührerisch!

Danke, liebe Grüße und alles Gute,

Adrean

Bild des Autors, Adrean, rauchend im Wald, in der Frühlingssonne.

Hi, ich bin Adrean.

Living life like a role-play game

Ich nähe meine eigene Kleidung, schlafe auf dem Boden, koche mit nur einem Topf und wasche meine Wäsche per Hand, statt mit Maschine. Hier dreht sich alles um einfaches Leben! Für weitere Infos abonniere meinen Newsletter (10% Rabatt-Code) oder schreib mir eine E-Mail.