In diesem Beitrag erhältst du grundlegende Tipps und Tricks bzw. die nötige Perspektive um dir in Zukunft, einfach und natürlich, eigene Kleidung und Ausrüstung selber herstellen und reparieren zu können. Lerne und meistere diesen elementaren Teil eines selbstständigen und eigenverantwortlichen Lebens und mache dir die Welt (und deine Sachen), wie sie dir gefällt. Nimm dein Leben in die Hand und mach dich frei von Konzernen und der Industrie.

Warum überhaupt Nähen und DIY?

Textilien im Allgemeinen, vor allem aber Kleidung, ist super elementar in unserem Alltag. Unsere Kleidung schützt und wärmt uns rund um die Uhr – vom Wintermantel bis zum Nachthemd. Tücher, Taschen etc. – alles sehr grundlegend und notwendig. Uns dieses Bedürfnis selbstständig und eigenverantwortlich erfüllen zu können, das heißt, selber nähen, herstellen und reparieren zu können, ist ein großer Schritt hin, zu einem einfachen Leben.

Was brauchst du zum Nähen?

  • Stoff
  • Faden
  • Näh-Nadeln
  • (Stoff-) Schere
  • Marker (Kreide/Edding)
  • Maßband (Schnur + Zollstock)
  • Steck-Nadeln (Wäscheklammern)

Wo findest du gute Stoffe?

  • Naturstoff.de (u. a. naturbelassene und Bio-Stoffe)
  • Naturtuche.de (u. a. naturbelassene Stoffe)
  • Kleinanzeigen.de (gebrauchte Stoffe)

Wie geht Nähen/DIY?

Nähen ist super einfach: Im Prinzip geht es nur darum, zwei Stücke Stoff mit einem Faden und einer Nadel miteinander zu verbinden. Das ist alles! Mit Nadel und Faden durch beide Stoff-Stücke durchstechen, zusammenziehen und verknoten. Für den Anfang müssen die Nähte weder schön noch perfekt sein. Wenn es hält, dann ist es gut. Trail und Error.

Für den Anfang, zum Lernen und Üben, empfehle ich eher mit alten Stoffen bzw. alten Kleidungsstücken zu starten. Und am Besten mit etwas kleinem, leichten anfangen, zum Beispiel einem Geschirr-Tuch oder einem Stoff-Taschentuch.

Eine Nähmaschine ist optional – Nadel und Faden tun es auch. Letzteres ist sogar deutlich einfacher, wenn es evtl. auch etwas länger dauert. Trotzdem geht mit der Hand nähen schneller, als es sich die meisten wohl vorstellen. Vor allem, wenn du etwas gröberen Garn und eine weitere Stichlänge verwendest. Je gröber das Nähstück, desto entspannter das Nähen.

In den ersten Jahren meiner Näh-Karriere lag meine durchschnittliche Erfolgsquote bei 3 zu 1. Das bedeutet, dass mir von drei Projekten nur eines (nutzbar) gelungen ist. So ist das beim lernen. Durchhalten. Nicht verzweifeln. Ist normal und oftmals tatsächlich kompliziert. Gerade wenn wir Nähprojekte (insb. Kleidung) in 2D planen, sie dann aber in 3D passen müssen.

Und tatsächlich habe ich bei den Projekten, die gescheitert sind, immer am meisten gelernt. Wenn etwas missglückt: Naht vorsichtig mit Schere oder „Nahtauftrenner“ auftrennen und neu probieren. Bester Tipp: Lieber etwas zu groß nähen, als zu klein! Und: Stress dich nicht!

Tipps und Tricks

  • Um online Stoffe am Stück zu finden, suche nach „Meterware“ oder „Stoff am Stück“. Das sind gängige Bezeichnungen für „Rollenware“ (meistens etwa 1,5 m breit und potentiell endlos lang bzw. so lang, wie Stoff auf der Rolle ist).
  • Die Abkürzung „lfm“ steht dabei für „Laufender Meter“ (= ein Meter von der Stoffrolle in angegebener Breite). Du kannst soviel Meter am Stück bestellen, wie du willst.
  • Baumwolle, Hanf und Leinen sind am einfachsten zu vernähen. Wolle, das heißt Loden und Walkloden (nicht das Selbe!), sind etwas schwerer zu vernähen (in der Nähmaschine: Nicht durchziehen (dehnt sich sonst und wellt), sondern durchdrücken).
  • „Schnittmuster“ erleichtern einem das Leben. Vor allem einfache, mit möglichst wenigen Teilen und Nähten. Schnittmuster sind „Baupläne“ für Textilien, mit Maßen etc.
  • Manchmal kann man einfach den Umriss eines schon vorhanden Kleidungsstücks nutzen. Klappt gut bei z.B. Hosen, wenn richtig gemacht. Je einfacher das Kleidungsstück, desto einfacher das Übertragen.
  • Achte beim Aufzeichnen deiner Stoffteile auf eine platz- und stoffsparende Anordnung, sodass möglichst wenig Stoff verschnitten wird. Zeichne alles möglichst nah aneinander.
  • Wichtig bei passgenauen Anfertigungen: Nahtzugabe nicht vergessen (1-2cm)!
  • Achte auf die Laufrichtung. Stoffe dehnen und bewegen sich zumeist unterschiedlich in Länge und Breite. Werden verschiedene Teile mit unterschiedlichen Laufrichtungen falsch zusammengenäht, kann das fertige Stücke komisch sitzen oder sich verziehen.
  • Neue Stoffe können beim ersten Waschen üblicherweise zwischen 5-15% eingehen. Achte auf entsprechende Informationen beim Kauf, ist üblicherweise mit angegeben.
  • „Zwickel“ und Keile sind gut um mehr Raum zu geben, wenn Kleidung zu eng ist, zum Beispiel unter den Armen, in der Achsel-Gegend oder zwischen den Beinen, im Schritt.
  • „Abnäher“ sind gut um Raum zu nehmen und Stellen an Kleidung und Textilien enger zu gestalten, zum Beispiel am unteren Rücken oder in der Taillen-Region.
  • Allgemein gilt: Lieber etwas größer nähen, als zu klein. Eine zu große Hose kannst du immer noch anziehen (und enger nähen), eine zu enge Hose nicht oder nur schwerlich. Außerdem: Je weiter etwas genäht ist, desto unwichtiger werden passgenaue Schnitte.

Weitere Infos

Noch mehr Infos rund um DIY und selber nähen findest du in meinen eBook-Anleitungen „DIY für Fortgeschrittene“ und „Wie du einfache Kleidung nähst“. DIY für Fortgeschrittene enthält alle DIY-Anleitungen, die ich je veröffentlicht habe – also kompakte Infos, Grafiken und Erklärungen zu allen Kleidungsstücken, Ausrüstungsgegenständen und Möbeln und im Einfache-Kleidung-Guide führe ich insbesondere Näh-Anfänger Schritt-für-Schritt zu ihrer ersten eigenen Kleidung – von der Wahl der passenden Stoffe bis zur fertigen Gewandung!

Wenn du irgendwelche Fragen, Anregungen oder Feedback hast, schreib mir gerne eine E-Mail.

Liebe Grüße,

Adrean


Diesen Beitrag findest du auch auf meiner Steady-Seite als Teil meiner Mitgliedschaft sowie auf YouTube: https://youtu.be/SY9wtRPoJJI

Bild des Autors, Adrean, rauchend im Wald, in der Frühlingssonne.

Hi, ich bin Adrean.

Living life like a role-play game

Ich nähe meine eigene Kleidung, schlafe auf dem Boden, koche mit nur einem Topf und wasche meine Wäsche per Hand, statt mit Maschine. Hier dreht sich alles um einfaches Leben! Für weitere Infos abonniere meinen Newsletter, klicke auf About oder schreib mir eine E-Mail.