Auf dem Boden schlafen 

Ich schlafe jetzt seit ein paar Jahren zumeist auf dem Boden. Mal mit einer Matte als Unterlage, meistens aber nur mit Decken. Am liebsten falte ich mir dazu eine große Wolldecke ein, zwei Mal in der Breite und lege mir diese dann unter. Das ergibt ein gemütliches, minimalistisches Lager.

Der härtere Untergrund lässt mich, verglichen mit einer Matratze, tiefer und ruhiger schlafen. Ich fühle mich morgens fitter und wacher. Anfängliche Rückenschmerzen beim Wechsel waren schnell verflogen. Mittlerweile schmerzt es mich, wenn ich auf einer normalen Matratze liege.

Nachts wickele ich mich üblicherweise in zwei weitere Wolldecken. Morgens schüttele ich diese dann aus und falte sie mir zu Kopf- oder Sitzkissen. Das Lager lässt sich überall schnell und einfach auf- und abbauen und dient mir des öfteren, auch Tagsüber, als Rückzugs- und Erholungsort.

So kann ich, mit allem was ich habe, sehr bequem auf beispielsweise 4qm leben. Meine Decken, meine Truhe und mein Kleiderständer mit Kleidung. Auf dem Boden zu schlafen gibt mir ein starkes Gefühl der Freiheit und Verbundenheit. Mehr im Einklang mit unserer Welt und meinem Sein.

Keine Ecken und Kanten, kein Holz und kein Metal – nur ich, meine Decken und der Boden. Jede Nacht eine Erfahrung und jeder neue Tag eine Bereicherung. Anders als zum Beispiel Essen, ist Schlaf bereits in uns drin. Wie viel (externes, materielles) brauchen wir also, um uns dieses Bedürfnis zu erfüllen?

Ich sage: Nicht viel! Ein paar Decken maximal. Ob Buddhisten, Indianer oder die Spartaner, eine einfache Nacht schenkt Kraft und Klarheit für den Tag. 

Probier doch auch einfach mal auf dem Boden zu schlafen, wo auch immer du ein Plätzchen findest. Kein Bett, kein Problem. Frei und flexibel, überall zufrieden sein. Entdecke dir deine Nächte neu und mache sie zu einem bewussten Teil deines Lebens. Befreie dich von deinem Komfort – und bleibe auf dem Boden!

Weniger Haben, mehr Sein! 

Liebe Grüße und gute Nacht