Guter Schlaf ist einer der essentiellsten Bausteine eines guten Lebens. Wir schlafen im Idealfall 8 Stunden pro Tag bzw. Nacht – das ist ein Drittel unseres Lebens. Die Qualität unseres Schlafens beeinflusst die Qualität unseres Wachseins und andersrum. Was bedeutet guter Schlaf in einem einfachen Leben und was braucht es dafür? Das und mehr in diesem Beitrag!
Wolldecken, Futon & Bettgestell
Zuerst mal das Wichtigste: Ich liebe und empfehle Wolldecken! Wolle – geschaffen von der Natur, für die Natur. Perfekt für unsere Breitengrade und kalte Nächte. Am besten so groß und dick wie möglich. Meine größte Wolldecke ist etwa 240 cm lang und 180 cm breit, bei einem Gewicht von fast 3 Kilo (oder 2,5?). Dazu ist sie ungefärbt, naturbelassen und handgewebt.
Würde ich alleine wohnen, dann würde ich wohl einfach nur mit ein paar Wolldecken auf dem Boden schlafen. Dazu würde ich eine gefaltete Wolldecke als Unterlage nutzen und mich mit zwei weiteren zudecken – fertig! Das ließe sich dann jeden morgen schnell und platzsparend zusammenfalten. Kein Bett, kein Schnickschnack, nur das Wesentlich.
Weil ich aber mit meiner Partnerin und ihrem Hund lebe, haben wir etwas aufgerüstet – allein schon wegen der Hundehaare auf dem Boden. Wir haben ein leichtes Bettgestell gebaut und darauf einen Futon gelegt. Und darauf dann die Wolldecken. Anleitungen für das Bettgestell und eine einfache Matratze findest du in meinem DIY-Guide oder auf meiner Website.
Diese Lösung ist in Ordnung und leicht umsetzbar, gerade für Personen die beispielsweise konventionelles Schlafen in hohen Betten gewöhnt sind. Allerdings dürften die meisten Futons dennoch deutlich härter sein, was ich aber für eine gute Sache halte – soll besser für Rücken und Co. sein. Trotz allem sind Futon und Bettgestell noch immer schwer und unhandlich.
Deckenrolle + Auf dem Boden schlafen
Wenn ich über Nacht unterwegs bin, auf Reisen oder wenn ich Freunde besuche, dann nehme ich zumeist nur eine Wolldecke mit. Diese Rolle ich auf und umwickel sie so mit einem Seil, dass ich die Rolle (Bedroll; siehe Internet) – bequem tragen und schultern kann. Und das ist auch, wie ich bei Freunden schlafe: Einfach nur mit einer Wolldecke auf dem Boden.
Im Winter habe ich zumeist auch noch meinen Mantel dabei, den ich mir dann entweder noch zusätzlich oben drüber lege oder ich nutze ihn als Unterlage. Aber mit oder ohne Mantel: Der Boden fühlt sich meistens sehr hart an. Ich freue mich dennoch auf diese Nächte der Entbehrung, weil ich sie als eine Art Training oder Übung sehe, so wie Fasten oder Sport.
Es tut mir gut hin und wieder in Kontakt mit etwas raueren Empfindungen zu kommen. Abhärtung statt Verweichlichung. In meinem Alltag mangelt es mir an nichts. Unser Schlaf fühlt sich im „Idealfall“ so an, dass wir ihn gar nicht merken. Schade eigentlich. Manchmal dürfen wir uns Härte aussetzen, so falls das Leben hart wird, wir es mit Leichtigkeit nehmen können.
Outdoor-/Jägerbett (Lamadecke/Fell)
Nun, da die Basics und meine präferierten Arten des Schlafens geklärt sind, mit Futon und Bettgestell oder mit Wolldecken direkt auf dem Boden, kommen wir zu meinem letzten und vielleicht etwas ausgefallenerem Setup: Meinem Outdoor- oder Jägerbett, wie ich es nenne. Konkret handelt es sich dabei um eine dicke „Lama“ Über- oder Unterleg-Decke.
Ich weiß selbst nicht genau als was bzw. für welchen Zweck diese Decken offiziell verkauft werden, aber wenn du im Internet oder auf Kleinanzeigen nach „Lama-Decke“ suchst, wirst du sie finden. Das besondere an diesen Decken ist, dass sie außergewöhnlich dick, fluffig und schwer sind, was sie auch ganz besonders warm macht.
Und aus dieser dicken Decke habe ich mir eine Art Schlafsack genäht, mit welchem ich, zusammen mit einem Fell und meinem Oilskin-Tarp, auch bei kälteren Temperaturen, im Frühling und Herbst, auf dem Balkon schlafen kann. Das habe ich zwar bisher – mit diesem neuen Setup – noch nicht gemacht, aber die Möglichkeit ist schon mal da.
Früher haben wir oftmals draußen oder auf dem Balkon geschlafen. Das kann ich sehr (!) empfehlen. Eine Nacht an der frischen Luft klärt den Geist mehr als selbst Stunden langes meditieren. Draußen, mit den Elementen, mit Wind und Wetter, Tieren und Geräuschen, bist du zwangsläufig verbunden und mitten im Moment – sehr präsent. Fühlt sich gut an.
Also: Wenn du mal Klarheit brauchst oder „Ankommen“ willst – schlafe draußen bzw. auf dem Balkon. Echt! Mit Wolldecken auf dem Boden. Krempelt dein Leben um, wie kaum etwas anderes. Sehr lebendig. Einfacher und natürlicher geht es quasi nicht. Und mit solchen Nächten wird zwangsläufig auch dein Leben unter Tage, einfacher und natürlicher!
Liebe Grüße und gute Nacht,
Adrean
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PPS: Ich habe vor ein paar Jahren schonmal über Schlafen gepostet!


